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30 Jahre Verein Schuldnerhilfe Essen e.V. (VSE)

Der Verein Schuldnerhilfe Essen e.V. (VSE) feierte heute gemeinsam mit Partnern und Unterstützern aus Politik, Verwaltung und Verbänden 30jähriges Bestehen. Die Fachkräfte des VSE, der bundesweit ältesten Schuldnerberatungsstelle in freier Trägerschaft, konnten in den letzten 30 Jahren über 26.000 verschuldete Essener Bürger beraten und auf dem Weg raus aus der Schuldenfalle begleiten. Mehr als 2.700 mal leisteten die Fachberater erfolgreich Hilfe bei der Durchführung des Insolvenzverfahrens und konnten so Menschen neue Perspektiven für ein schuldenfreies Leben geben.


Ratsmitglied Frank Müller, 1. Bürgermeister Rudolf Jelinek, stellv. Vorsitzende Margret Schulte, Vorsitzender Hartmut Laebe, Justizminister Thomas Kutschaty (v.l.n.r.)

Justizminister Thomas Kutschaty ging in seiner Festrede auf die Gründe der zunehmenden Verschuldung und die Rolle der Schuldnerberatung ein: "In manchen Teilen der Öffentlichkeit werden Insolvenzschuldnerinnen und -schuldner leider immer noch als Menschen wahrgenommen, die sich mutwillig auf Kosten der Gläubiger bereichern und sich vermeintlich ein behagliches Leben machen. Häufig liegen die Ursachen einer Privatinsolvenz aber im plötzlichen Verlust des Arbeitsplatzes, einer Ehescheidung oder einer schweren Erkrankung. In dieser Situation erfahren die Menschen dann kompetente Unterstützung beim Verein Schuldnerhilfe Essen."

Seit 1993 spielt die finanzielle Bildung eine wichtige Rolle. Margret Schulte, stellvertretende Vorsitzende des VSE: „Mit Projekten wie dem vom Verein Schuldnerhilfe entwickelten "FinanzFührerschein", dem Film "Ich kauf mich happy" oder dem Spiel "Kohlopoly" werden in Essen jährlich über 2.000 Jugendliche erreicht. Mehr als 160.000 Jugendliche aus ganz Deutschland haben inzwischen die "FinanzFührerschein"-Prüfung abgelegt.“

"Der VSE" - so der erste Bürgermeister der Stadt Essen, Rudolf Jelinek in seinem Grußwort - "ist aus der Beratungslandschaft in Essen nicht mehr wegzudenken. Dass wir heute ein so gutes Beratungsangebot haben, ist engagierten Persönlichkeiten zu verdanken. Der Verein leistet hervorragende Aufklärungs- und Präventionsarbeit, die über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist.“

Der Vorsitzende Hartmut Laebe bedankte sich bei Minister Kutschaty, bei den politischen Vertretern aus den Parlamenten sowie den Vertretern der Stadt Essen, der Sparkasse Essen und der Arbeiterwohlfahrt für ihre langjährige Unterstützung. Ihr Einsatz für die Belange verschuldeter Menschen habe den Erfolg der Vereinsarbeit erst möglich gemacht. Laebe: „Damit sich Schuldnerberatung auch dauerhaft für die Belange verschuldeter Menschen einsetzen kann, fordert der VSE angesichts leerer öffentlicher Kassen für die Zukunft eine Beteiligung aller Banken und Kreditgeber an den Kosten der Schuldnerberatung.“

Bei den Ursachen der Verschuldung sah Laebe einen armutsbedingten Wandel: "In einem viel größeren Maße als noch vor 10, 15 Jahren sind es notwendige Aufwendungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes, die zu einem Kauf auf Pump, Kredit oder einer Kontoüberziehung führen."

Eine wichtige Aufgabe wird auch zukünftig der Präventionsarbeit zukommen. Hartmut Laebe: „Nur wenn jungen Menschen Finanzkompetenz vermittelt wird und das Rüstzeug für einen kritischen Konsum durch Schule und Elternhaus mit auf den Weg bekommen, kann verhindert werden, dass zukünftige Generationen schon unmittelbar nach Eintritt in die Volljährigkeit wenig reflektiert konsumieren und das Erwachsenenleben mit Schulden beginnen.“